Wir schaffen Bildung – gemeinsam und jeden Tag

Mit einem Spendenlauf im fränkischen Wilburgstetten begann es. Und mit zwei besonders engagierten Frauen. Sabine Hettler, die Vorsitzende des deutschen Schwestervereins der Damas Alemanas,  hatte in ihrem Heimatort aktiv für die Projekte des Vereins geworben. Mit dem großartigen Erfolg, dass die Grundschule Wilburgstetten im Sommer 2023 den Erlös eines Spendenlaufes den „Damas Alemanas“ zur Verfügung stellte, um die Zusammenarbeit mit einer geeigneten Schule in Ecuador zu finanzieren. Zu jenem Zeitpunkt hatten die Damas gerade zufällig Mirian Franco, die zupackende Leiterin der kleinen Schule „Intiyachay“ in Guangópolo bei Quito kennengelernt. Und so war eine Zusammenarbeit binnen weniger Wochen buchstäblich „unter Dach und Fach“: Die Damas Alemanas finanzierten die dringend notwendige Erneuerung des Daches über Rektorat und Computerraum der idyllisch im Grünen gelegenen Grundschule, die zur Zeit von rund 90 Schülern besucht wird.


Seitdem  ist ganz schnell ganz viel geschehen. Vier besonders bedürftige Grundschulkinder erhalten von den „Damas“ seit dem Schuljahr 2023/2024 ein Stipendium, das es ihren Eltern möglich macht, das monatliche Schulgeld von 50 Dollar zu finanzieren. Die in Quito ansässige Firma GRÜNtec,  deren Inhaberin Sabine Hettler ist, spendete einen Laptop und einen Drucker: Geräte, von denen man sich nicht vorstellen kann, dass es sie in einer Schule nicht gibt, die Mirian Franco aber aus den kargen Schulgeldzahlungen nicht finanzieren könnte. Das Colegio Alemán, die Deutsche Schule Quito, schenkte Tische und Stühle für einen Klassenraum – in den anderen Räumen von „Intiyachay“ sitzen die fünf- bis zwölfjährigen Kinder auf einfachen Plastikstühlen in Erwachsenengröße.

Viel wichtiger als diese Sachspenden aber sind die menschlichen Kontakte, die aus der Zusammenarbeit hervorgegangen sind, und die sich stetig weiterentwickeln. Im März dieses Jahres besuchte Sandra Biebeler, die selbst fünf Jahre als Lehrerin in Ecuador gearbeitet hat und dort bei den „Damas“ aktiv war, mit einer Schülergruppe der Carl-Theodor-Schule aus Schwetzingen Intiyachay. Ihre Schüler und Schülerinnen befanden sich zu einem vierwöchigen, von ihr organisierten Austauschprogramm in Ecuador, „und ich wollte unbedingt, dass sie auch einmal aus der Blase herauskommen und die Realitäten in diesem Land sehen“. Gesagt, getan: Flugs plante Sandra Biebeler einen Besuchstag in der Grundschule, in dessen Verlauf die deutschen Jugendlichen gemeinsam mit den ecuadorianischen Kindern ein Wandgemälde erstellten. Die vier Klimazonen Ecuadors prangen nun an der Wand des Schulfoyers – und erinnern jeden Tag daran, was Menschen und Institutionen erreichen können, wenn sie nur die Energie aufbringen, sich zusammenzutun und einfach zu handeln.

Runter von der Straße, rauf auf den Fußballplatz

In San Juan Alto gibt es nicht nur großzügige Einfamilienhäuser mit mindestens zwei Autos vor der Tür. Unmittelbar angrenzend an das moderne Villenviertel leben Kinder, deren Familien ihnen keine gepflegte Rasenfläche zum Spielen bieten können. In diesem für Autos, nicht für Fußgänger geplanten Vorort von Quito gibt es nicht einmal einen Bürgersteig, auf dem man Murmeln spielen, einen Fußball kicken oder einfach nur abhängen könnte. 

Um den Kindern der Gegend eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten, haben  die Lehrerin Andrea Montenegro und ihr Mann Diego die Fußballinitiative „Big Shooters“ in’s Leben gerufen. Jeden Dienstag und Donnerstag wird auf dem arg heruntergekommenen Bolzplatz des Viertels trainiert. Werbung ist gar nicht notwendig, das Interesse ist hier, wo es kein anderes vergleichbares Angebot gibt, riesig. Zwischen drei und dreizehn Jahren alt sind die Kinder, die regelmäßig zum Training kommen. Sie bringen ihre Geschwister und Eltern mit, die so einen Ort für Gespräche und nachbarschaftlichen Austausch finden.

Mit einer Spende von nur 500 $ haben die Damas Alemanas 30 Fußbälle, 24 Hula-Hoop-Reifen, 12 Verkehrsleitkegel und 24 Trikots für das Projekt besorgen können. Im Zentrum von Quito haben unsere beiden Projektpatinnen Nadine Witt und Maria Jaimes dafür intensiv nach den günstigsten Angeboten gesucht,  Als sie am 29. März dieses Jahre schwer bepackt auf dem Fußballplatz erschienen, waren die Kinder und ihre Familien hellauf begeistert. Andrea und Diego freuen sich, dass das Training für die kleinen Fußballer jetzt noch attraktiver ist – eine Anerkennung auch für ihre eigene engagierte Arbeit.

Wir Damas Alemanas freuen uns über jede noch so kleine Spende. Helfen auch Sie!

Un año de ayuda a través de donaciones de alimentos

La Asociación Benéfica de Damas Alemanas junto con la Asociación de Ex-Alumnos del Colegio de Alemán de Quito ha llevado a cabo la donación de alimentos durante un año, 25 entregas en total. Cada dos semanas, Damas voluntarias y algunas veces, también voluntarios, se encontraron en el supermercado Gran Akí en Tumbaco para empacar frutas y verduras frescas, artículos de higiene y de desinfección y alimentos no perecibles como avena, menestras, aceite, entre otros. Dos veces por mes empacamos en nuestros autos el pedido hecho con anticipación a este supermercado para reunirnos en la casa de nuestra presidenta, Beatriz Schlenker, y organizar y preparar 30 cajas de alimentos. En cajas de cartón que pesaban cerca de 18 kg, nuestro ayudante, Daniel Arteaga, se encargaba de llevar estas donaciones a los padres franciscanos en el centro de Quito, otras veces a la población rural de Ascázubi y en ocasiones también a Pisulí.

Los padres franciscanos repartían las cajas en auto, algunas veces en burro y también a pie. De esta forma, llegaban a los más necesitados en estos barrios. En un par de oportunidades, pudimos acompañarlos personalmente. Entre junio del 2020 y junio de este año, entregamos víveres y artículos de primera necesidad a alrededor de 900 familias en extrema necesidad.

Mehrere Einkaufswagen voller Lebensmittel – so sahen die wöchentlichen Einkäufe im Gran Aki aus. Foto © Patricia Zehnle
Varios carros de la compra llenos de víveres: así era la compra semanal en el Gran Aki. Foto © Patricia Zehnle

Actualmente mientras las medidas de seguridad se levantan para salir del confinamiento obligatorio que fue dictado durante la pandemia, poco a poco comienza a reactivarse el sector económico. Finalmente parece que después de quince largos meses sin clases presenciales, las escuelas y colegios van a volver a clases después del verano y los niños y niñas de los barrios marginales van a poder recibir su comida escolar, que en muchos casos era la única comida caliente que recibieron durante el día.

Con la llegada de las vacaciones escolares en la región de la sierra ecuatoriana, las Damas Alemanas han decidido concentrar su atención en otros proyectos en el sector educativo, sobre todo en la educación y formación de niñas y mujeres jóvenes así como en proyectos del sector salud. Para conocer más sobre estas iniciativas le invitamos a visitar nuestra página web. Estaríamos muy contentos si puede colaborarcon nuestras obras.

Cumbayá, Ecuador – 17.07.2021 – Benita Schauer

Helfen, wo es keinen Arzt gibt

Das indigene Volk der Sápara im Amazonas-Tiefland Ecuadors, an der Grenze zu Peru (Provinz Pastaza), umfasst nur noch 560 Menschen und zählt zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Die Dörfer der Sápara liegen weitab von den großen Verkehrswegen und können nur mit dem Kleinflugzeug erreicht werden. Ärzte gibt es in dieser Gegend nicht, und seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 waren die Bewohner von medizinischer Betreuung, die auch vorher nur spärlich über staatlich organisierte Hubschrauber-Versorgungsflüge erfolgte, vollständig abgeschnitten.

Mehrere engagierte in Ecuador lebende Deutsche suchten nach einer Lösung: Mit finanzieller Unterstützung des Südamerikazentrums Hannover e.V. brachten sie im Mai und Juni dieses Jahres per Kleinflugzeug einen erfahrenen Arzt und den Gesundheitsbeauftragten der Dachorganisation der Sápara (NASE) in die Ortschaften Conambo und Pinduyaku. Widrige Witterungsverhältnisse machten die Flüge schwierig; wegen der starken Regenfälle war der Flughafen von Pinduyaku über Tage nicht anzufliegen, so dass aus der einen Reise schließlich zwei wurden.

Die Damas Alemanas beteiligten sich mit einer umfassenden Medikamentenspende an diesem sehr besonderen Projekt. Der Arzt hielt an beiden Orten über mehrere Tage Sprechstunde, versorgte Wunden, behandelte Kranke und gab Medikamente aus. Die Schlange der Patienten war lang, und die Dankbarkeit der Menschen groß.

Wir freuen uns über jede Spende, die uns erreicht, denn sie hilft den Menschen hier in Ecuador. Helfen auch Sie.

Cumbayá, Ecuador – 21.06.2021 – Benita Schauer

Festen Boden unter den Füßen

Sophia Holguin Rodriguez ist zwanzig Jahre alt und hochschwanger. Im Juni erwartet sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ihr erstes Kind. Dabei ist sie eigentlich längst Mutter: Sophia betreut und erzieht in Los Cruces (Manabi) ihre sechs jüngeren Geschwister im Alter zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Die Mutter verließ die Familie vor anderthalb Jahren, der Vater fährt zur See und lebt deshalb in Salinas an der Küste. Das einfache Bambushaus, in dem die sechs Geschwister sich einen einzigen Raum und zwei Matratzen teilten, war mehr als baufällig: Das Dach nur noch zum Teil vorhanden, das Regenwasser lief über den unebenen Lehmboden in das Haus.

Der Boden wird gegossen. Foto © Katharina Harder
Der Boden wird gegossen. Foto © Katharina Harder

Über die Fundación CASAlianza in Portoviejo, deren soziale Arbeit die Damas Alemanas seit über einem Jahr regelmäßig unterstützen, konnten wir Wohnsituation der Familie verbessern: Das Dach wurde geflickt, der Boden erhöht und mit Beton ausgegossen; einfache Trennwände ermöglichen ein wenig Privatsphäre für die Familienmitglieder, und Glühbirnen spenden Licht auch am Abend. Matratzen hatte CASAlianza schon zuvor beschafft. Die älteren Kinder und Sophias Lebensgefährte halfen bei den Renovierungsarbeiten tatkräftig mit.

Ein kurzes Interview mit Sophia, das ein Bild von der Lebenssituation der Kinder vor der Renovierung gibt, finden Sie hier (Link zu Facebook).

Die Damas Alemanas können nicht ohne Ihre Spenden helfen. Erfahren Sie hier, wie Sie spenden können.

Venezolanische Ärzte helfen – Unterstützung der Damas für neues Gesundheitszentrum

Im Zentrum Quitos, im Sektor El Ejido, wird eine Gruppe venezolanischer Ärzte ab Mitte März ein kleines Gesundheitszentrum eröffnen. Dort sollen bedürftige Familien des Viertels ärztliche Hilfe erhalten. Besonders wichtig ist den Initiatoren die Betreuung von Müttern und Kindern, die aufgrund ihres nicht geregelten Aufenthaltsstatus’ als Flüchtlinge,  oder wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie an den staatlichen Gesundheitszentren zurzeit nicht versorgt werden.

Die Vereinigung „Venezuela en Ecuador“ unter ihrem Vorsitzenden Daniel Regalado hat zu günstigen Konditionen zwei gut gelegene, helle Räume angemietet. Die Renovierung und das gebrauchte Mobiliar wurden von verschiedenen Unternehmen und von einer Kirchengemeinde gespendet; Ärzte und Laboratorien stellen Medikamente zur Verfügung. Die Damas Alemanas unterstützen die Initiative mit der Finanzierung der ersten drei Monatsmieten; ab Juni 2021 sollen diese Mieten dann aus den eigenen Einnahmen aufgebracht werden. 

Untersuchungs- und Beratungstermine werden nur auf Voranmeldung vergeben. Wer zahlen kann, entrichtet einen festgelegten Betrag; wer überhaupt keine Mittel hat, wird umsonst behandelt. „Wir kennen hier so viele Leute – das weiß man schnell, ob jemand Geld hat oder nicht“, heißt es bei der Scheckübergabe durch die Damas vor Ort Anfang März.  Den Organisatoren geht es dabei nicht nur um die Versorgung der venezolanischen Flüchtlinge: „Diskriminierung erleben wir ständig im Alltag. Entscheidend ist, dass hier jeder behandelt wird, der Hilfe braucht“, sagt eine Ärztin. 

Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.
Termine können hier gebucht werden.

Cumbayá, Ecuador – 08.03.2021, 10:55 Uhr – Benita Schauer / Update 13.04.2021

Das Projekt „Comedor La Concepción“

Das Projekt Comedor in der Parroquia La Concepción im Norden von Quito ist eine Initiative, mit der mehr als 50 bedürftigen Kindern im Schulalter während der Schulzeit ein Mittagessen angeboten wird. Es sind Kinder aus ärmsten Verhältnissen, die ursprünglich aus einer in der Nähe liegenden Schule mit einem weiten Einzugsbereich im Norden Quitos kommen.

Patricia Zehnle und Marisol Rivera bei der Essensausgabe. Foto © Patrizia Ubidia
Patricia Zehnle und Marisol Rivera bei der Essensausgabe. Foto © Elizabeth Ubidia

Getragen wird die Initiative von ehrenamtlich arbeitenden Frauen der Parroquia, die sich um die Zubereitung und Austeilung der Mahlzeiten kümmern und von verschiedenen Trägern, die mit ihrer finanziellen Unterstützung jeweils für einen Wochentag den Einkauf der Lebensmittel ermöglichen. Die Damas Alemanas beteiligen sich an diesem Projekt seit Juli 2015 und mit dieser Unterstützung erhalten diese Kinder während des Schuljahres jeden Montag einen warmen und gesunden Mittagstisch. Vor dem Hintergrund der Armut in den betroffenen Familien oder der schwierigen Familiensituation ist es für einige Kinder die einzige warme Mahlzeit oder sogar überhaupt die einzige Mahlzeit des Tages, die sie bekommen. Von den Kindern wird das Angebot regelmäßig und dankbar angenommen und der Kreis der Interessierten nimmt durch Mundpropaganda auch weiter zu.

Mit den Schulschließungen während der Pandemie musste auch der Betrieb des Comedor unterbrochen werden und anstelle des Mittagessens für die Schülerinnen und Schüler wurde die finanzielle Unterstützung dafür verwendet, an bedürftige Familien kleine Lebensmittelpakete mit nicht verderblichen Grundnahrungsmitteln auszuhändigen. Auch diese Aktion wurde von den Betroffenen dankbar aufgenommen und die zahlreichen Interessierten verursachen regelmäßig lange Schlangen bei der Ausgabe. 

Schulessen im Rahmen des Comedor La Concepción. Foto © Marisol Rivera
Schulessen im Rahmen des Comedor La Concepción. Foto © Marisol Rivera

Mit einer zusätzlichen Unterstützung seitens der Damas Alemanas freuen sich die Schüler zu speziellen Anlässen wie Weihnachtsfeier und Día del Niño (Tag des Kindes) über ein besonderes Essen und ein kleines Geschenk. Für alle Beteiligten ist es eine große Befriedigung, diesen Kindern in ihrem Alltag helfen zu können und an diesen besonderen Tagen eine zusätzliche Freude zu machen und der größte Dank, den sie uns geben können, ist ihr strahlendes Lächeln.

Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.

Cumbayá, Ecuador – 12.02.2021, 10:04 Uhr – Patricia Zehnle, Marisol Rivera

Das Projekt „Kinderhort in Atacames“

Unsere Projektidee entstand im März 1996, als zwei Kinder in den Flammen ihrer brennenden Bambushütte in dem Fischerort Atacames an der Pazifikküste Ecuadors umkamen. Die alleinstehende Mutter  ging morgens zur Arbeit und schloss ihre 3 und 5 Jahre alten Kinder in ihrer Hütte ein, da sie keine Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder hatte. Das größere der Kinder wollte eine Kerze anzünden… Die Hütte brannte lichterloh ab, bevor die Nachbarn das Vorhängeschloss aufbrechen konnten.

Frau Carola Knäulein lebte zu der Zeit mit ihrem Mann in Atacames und sie beschloß aus eigenen Mitteln ein Gebäude zur Betreuung von Kindern zu bauen. Das Grundstück stellte die Gemeinde zweckgebunden zur Verfügung. Der Hort konnte dann im Mai 1997 als rein privates Projekt mit 15 Kindern und 3 Müttern als Betreuerinnen eröffnen. Seitdem ist der Kinderhort ganzjährig Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr kostenlos für die Kinder da. Sie bekommen ein Frühstück, ein Mittagessen und am Nachmittag einen Snack. Sie finden hier einen geeigneten Rahmen zum angeleiteten Spielen und Lernen.

Verteilung von Lebensmitteln im November 2020. Foto © Carola Knäulein
Verteilung von Lebensmitteln im November 2020. Foto © Carola Knäulein

Inzwischen kümmern sich zwei Mitarbeiterinnen und die Hortleiterin Marisol sowie immer wieder Praktikantinnen um die Betreuung der Kinder und um die Küche. Carola leitet den Hort aus dem Hintergrund und kümmert sich um Ämter und Organisation. Der Kinderhort erhält jährlich, nach eingehender staatlicher Kontrolle, eine Erlaubnis mit Kindern bis zum 4. Lebensjahr als Centro de Desarollo Infantil CDI (Zentrum für Frühkindliche Entwicklung) zu arbeiten. Ab dann kommen alle Kinder in eine staatliche oder private Vorschule. 

Nachdem Carola in den ersten 10 Jahren den gesamten Betrieb aus eigenen Mitteln und mit Hilfe von Spenden aus dem Freundeskreis finanzierte, gründete sie 2006 in Deutschland den „Verein zur Unterstützung des Kinderhortes in Atacames / Ecuador e.V.“, um dem Projekt eine zuverlässigere und längerfristige materielle Basis zu geben. 2013 entstand in Ecuador mit Carolas Initiative die Stiftung „Ayuda a la Infancia Atacames Alemania“, die hier den gesetzlichen Rückhalt bildet und die Liegenschaft bleibt damit zweckgebunden.

Seit 2006 finanziert der Verein den Betrieb des Kinderhortes, die notwendigen Instandhaltungen und Erweiterungen zu 100%. Die hierfür notwendigen Spenden kommen von den Beiträgen der Vereinsmitglieder, von Einzelspendern, Patenschaften und von Aktionen wie Kuchen-, Waffel- oder Crêpesverkäufen sowie Benefizkonzerten. Einen wichtigen Beitrag leistet seit Jahren das Hochrheingymnasium Waldshut, bei dem der Kinderhort Schulprojekt ist.

Bastelnde Kinder im Kinderhort in Atacames. Foto © Carola Knäulein
Bastelnde Kinder im Kinderhort in Atacames. Foto © Carola Knäulein

Aktuell ist der Kinderhort pandemiebedingt seit dem 12.03.2020 geschlossen. Der Verein finanziert weiterhin 75 % der Gehälter unserer Betreuerinnen, die den Kinderhort instand halten, die Kinder zum Teil zu Hause besuchen und für die wöchentliche Übergabe der Lebensmittel von zurzeit 15 Familien verantwortlich sind. Nach dem coronabedingten Wegfall des Tourismus in Atacames verloren viele Menschen ihre Arbeit, besonders einkommensschwache Familien wie unsere alleinerziehende Mütter, Familien aus Venezuela und Kolumbien. Carola organisierte im April eine Spendenaktion unter ihren deutschen Freunden und seit Mai 2020 sind wir in der Lage zuerst 15, dann 21 bis zu 30 Familien mit einem Paket an Lebensmitteln für 20 $, das eine drei-vierköpfigen Familie mit dem Lebensnotwendigsten versorgt zu finanzieren. Im Moment unterstützen wir 15 Familien, die definitiv keine Aussicht auf eine kurzfristige Besserung ihrer Situation haben.

La „Sociedad de las Damas Alemanas” hilft uns einmal monatlich mit dem Gegenwert von 15 Kits. (300 USD +10 USD Transportkosten), wofür wir sehr dankbar sind. Nähere Informationen zum Projekt und der Spendenaktion unter:

www.kinderhort-atacames.org
per E-Mail: Carola.Knaulein @ gmx.net

in Deutschland:

Verein zur Unterstützung des Kinderhorts
in Atacames/Ecuador e. V.

Kontakt: Frau Siggi Kaiser
Kreuzäcker 2
DE 79809 Weilheim
Tel. : +49 (0)7741 2505

Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.

Cumbayá, Ecuador – 03.03.2021, 08:36 Uhr – Carola Knäulein

Das Projekt „Hermanas del Buen Pastor“ – Conocoto

Im Heim des katholischen Schwesternordens Hermanas del Buen Pastor “Hogar de la Madre Soltera Adolescente, Maria de Bethlehem (Facebook Link)” in Conocoto-Quito, werden minderjährige schwangere Mädchen aufgenommen. Sie kommen alle aus sehr armen, zerrütteten und verwahrlosten Familienverhältnissen. Sie wurden vergewaltigt, misshandelt und auch zur Prostitution gezwungen. Aufgrund ihrer Lebensumstände konnten sie oft keine Schulausbildung abschließen.

Im Heim befinden sich in der Regel 10 bis 12 junge Mütter im Alter von 13 bis 18 Jahren. Die jungen Frauen bleiben mit ihren Kindern im Heim, bis sie ihr 18. Lebensjahr erreicht haben, und sich ihre Situation stabilisiert hat.

Übergabe von Weihnachtsgeschenken durch die Damas Alemanas Dezember 2020. Foto © Schwester Patrizia Luzuriaga
Übergabe von Weihnachtsgeschenken durch die Damas Alemanas Dezember 2020. Foto © Schwester Patrizia Luzuriaga

Die Sociedad Benèfica de Damas Alemanas konzentriert sich mit ihrem Projekt “Hermanas del Buen Pastor” auf den schulischen Bereich und unterstützt die jungen Mütter mit Stipendien, damit sie einen Grundschulabschluss (Klasse 6) bzw. das hiesige Abitur erreichen können. Sechs Mütter erhalten zur Zeit ein solches Stipendium; ihre Babies sind zwischen 2 Monaten und zweieinhalb Jahren alt. Da die staatlichen Schulen in Ecuador seit März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie immer noch weitgehend geschlossen sind, nehmen die Mädchen über von den „Damas“ gestiftete Tablets am virtuellen Unterricht teil.

Insgesamt wurden seit dem Jahr 2014 insgesamt 36 solcher Stipendien für die jungen Mütter gewährt, die ggf. auch die Versorgung ihrer Kleinkinder miteinschließen. Diese Hilfe der Damas Alemanas ist für die Mütter und ihre Kinder eine große Hilfe, um ihre Schulausbildung abschließen und als Erwachsene auf eigenen Beinen stehen zu können. Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.

Cumbayá, Ecuador – 10.10.2021, 15:22 Uhr – Regina Volkmann de Salazar (Update: Benita Schauer)

Unsere neuen Patenkinder an der Schule „Juan Enrique Pestalozzi“ in Otavalo

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind alle Schulen in Ecuador geschlossen. „Wir lernen gemeinsam zu Hause“ heißt die Devise des  Schulministerium. Aber für viele Kinder ist dies keine Option.

Seit November letzten Jahres unterstützen wir in Otavalo sechs Kinder der dortigen Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule mit monatlichen Stipendien (die wir aus Spenden finanzieren), damit sie in irgendeiner Form ihre Schulbildung fortsetzen können. Für zwei von Ihnen heißt dies Online-Unterricht über das Handy der Eltern, wenn diese zu Hause sind; zwei erhalten ihre Aufgaben direkt von den drei Lehrerinnen nach Hause. Elisa und Fabian aber haben diese Option nicht: Sie wohnen mit ihren fünf Geschwistern auf der Straße – in zerfallenden Autos, unter Plastikplanen und auf einem zur Zeit nicht genutzten Grundstück. Der Vater ist Tagelöhner, die Mutter starb vor sieben Jahren vermutlich an einem Hirntumor. Die siebzehnjährige Schwester ist schwanger, wie so viele Mädchen aus ähnlichen Verhältnissen.

Eines der Autos, in denen Elisa und Fabian mit ihrer Familie wohnen. Foto © Benita Schauer
Eines der Autos, in denen Elisa und Fabian mit ihrer Familie wohnen. Foto © Benita Schauer

Die Schulleiterin Mónica Vaca und ihre Tochter betreuen Fabian und Elisa deshalb drei bis vier Tage wöchentlich in ihren Schulräumen, geben ihnen zu Essen, arbeiten mit ihnen. Unsere Vizepräsidentin Beatriz Schlenker, Patricia Zehnle und Benita Schauer besuchten am 20. Januar dieses Jahres die Schule, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie wurden herzlich empfangen: Patenkind Marcela hatte ein Bild gemalt, und der kleine Viertklässler Dylan, der mit seinen Eltern gekommen war, verteilte Armbändchen.

Für behinderte Kinder gibt es in Ecuador keine angemessene Form der Ausbildung. In der Pestalozzi-Schule mit dem angegliederten Maria-Montessori-Zentrum, die von Mónica Vaca vor 26 Jahren gegründet wurden,  und die im wesentlichen mit Spenden ihrer eigenen Familie ausgestattet und erhalten werden, finden die Kinder, die vorher in ihren Schulen gehänselt und für lernunfähig erklärt wurden, einen geschützten Raum. Hier lernen sie alles, was zu lernen sie imstande sind, damit sie sich später eine eigene Existenz aufbauen können. „Wir geben den Kindern ein neues Leben“, sagt Mónica Vaca.

Cumbayá, Ecuador – 21.01.2021, 16:12 Uhr – Benita Schauer

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