Ein Jahr Nahrungsmittelhilfe

Ein Jahr lang haben die Damas Alemanas gemeinsam mit der Ehemaligenvereinigung der Deutschen Schule Quito (AECA) Lebensmittelspenden verteilt, fünfundzwanzig Mal insgesamt. Ein Jahr, in denen sich im zweiwöchentlichen Rhythmus immer neue Helferinnen (und Helfer) im Gran Aki in Tumbaco trafen. Obst, Gemüse, Desinfektionsmittel und haltbare Lebensmittel einkauften, in ihre Autos luden, bei Beatriz Schlenker wieder auspackten. Sie dort in Pappkartons verteilten und die jeweils rund 18kg schweren Kisten wieder in das Auto unseres Helfers Daniel Arteaga transportierten.

Dann gingen die Kisten an Klostergemeinden im Zentrum Quitos, Gemeinschaften der Franziskaner in der ländlichen Gegend von Ascazubi, oder in das Örtchen Pisulí. Die Franziskanerbrüder verteilten die Spenden mit dem Auto, dem Maultier oder auch zu Fuß an die ihnen bekannten Bedürftigen in den Stadtvierteln und Dörfern. Manchmal waren wir selbst dabei. Insgesamt konnten zwischen Juni 2020 und Juni 2021 Jahr 900 bitterarme Familien mit Lebensmitteln versorgt werden.

Mehrere Einkaufswagen voller Lebensmittel – so sahen die wöchentlichen Einkäufe im Gran Aki aus. Foto © Patricia Zehnle
Mehrere Einkaufswagen voller Lebensmittel – so sahen die wöchentlichen Einkäufe im Gran Aki aus. Foto © Patricia Zehnle

Jetzt, wo die Coronamaßnahmen trotz der unverändert weiter herrschenden Pandemie weitgehend aufgehoben sind, kommt die Wirtschaft sehr langsam wieder in Gang. Allmählich sollen nach 15 Monaten der Schließung auch die Schulen wieder öffnen, so dass Kinder aus ärmeren Familien nach dem Sommer wieder die Schulspeisung erhalten können, die für sie oft die einzige warme Mahlzeit des Tages ist.

Die Damas haben deshalb beschlossen, die reine Nahrungsmittelhilfe mit der Sommerpause 2021 weitgehend einzustellen. Ab dem Herbst möchten wir uns verstärkt wieder auf unsere Projekte im Bereich Bildung, vor allem für Mädchen und junge Frauen, und Gesundheitsfürsorge konzentrieren.  Genaueres zu unseren aktuellen Projekten erfahren Sie auf dieser Website. Wenn Sie uns dabei unterstützen, freuen wir uns sehr!

Cumbayá, Ecuador – 17.07.2021 – Benita Schauer

Helfen, wo es keinen Arzt gibt

Das indigene Volk der Sápara im Amazonas-Tiefland Ecuadors, an der Grenze zu Peru (Provinz Pastaza), umfasst nur noch 560 Menschen und zählt zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Die Dörfer der Sápara liegen weitab von den großen Verkehrswegen und können nur mit dem Kleinflugzeug erreicht werden. Ärzte gibt es in dieser Gegend nicht, und seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 waren die Bewohner von medizinischer Betreuung, die auch vorher nur spärlich über staatlich organisierte Hubschrauber-Versorgungsflüge erfolgte, vollständig abgeschnitten.

Mehrere engagierte in Ecuador lebende Deutsche suchten nach einer Lösung: Mit finanzieller Unterstützung des Südamerikazentrums Hannover e.V. brachten sie im Mai und Juni dieses Jahres per Kleinflugzeug einen erfahrenen Arzt und den Gesundheitsbeauftragten der Dachorganisation der Sápara (NASE) in die Ortschaften Conambo und Pinduyaku. Widrige Witterungsverhältnisse machten die Flüge schwierig; wegen der starken Regenfälle war der Flughafen von Pinduyaku über Tage nicht anzufliegen, so dass aus der einen Reise schließlich zwei wurden.

Die Damas Alemanas beteiligten sich mit einer umfassenden Medikamentenspende an diesem sehr besonderen Projekt. Der Arzt hielt an beiden Orten über mehrere Tage Sprechstunde, versorgte Wunden, behandelte Kranke und gab Medikamente aus. Die Schlange der Patienten war lang, und die Dankbarkeit der Menschen groß.

Wir freuen uns über jede Spende, die uns erreicht, denn sie hilft den Menschen hier in Ecuador. Helfen auch Sie.

Cumbayá, Ecuador – 21.06.2021 – Benita Schauer

Festen Boden unter den Füßen

Sophia Holguin Rodriguez ist zwanzig Jahre alt und hochschwanger. Im Juni erwartet sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ihr erstes Kind. Dabei ist sie eigentlich längst Mutter: Sophia betreut und erzieht in Los Cruces (Manabi) ihre sechs jüngeren Geschwister im Alter zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Die Mutter verließ die Familie vor anderthalb Jahren, der Vater fährt zur See und lebt deshalb in Salinas an der Küste. Das einfache Bambushaus, in dem die sechs Geschwister sich einen einzigen Raum und zwei Matratzen teilten, war mehr als baufällig: Das Dach nur noch zum Teil vorhanden, das Regenwasser lief über den unebenen Lehmboden in das Haus.

Der Boden wird gegossen. Foto © Katharina Harder
Der Boden wird gegossen. Foto © Katharina Harder

Über die Fundación CASAlianza in Portoviejo, deren soziale Arbeit die Damas Alemanas seit über einem Jahr regelmäßig unterstützen, konnten wir Wohnsituation der Familie verbessern: Das Dach wurde geflickt, der Boden erhöht und mit Beton ausgegossen; einfache Trennwände ermöglichen ein wenig Privatsphäre für die Familienmitglieder, und Glühbirnen spenden Licht auch am Abend. Matratzen hatte CASAlianza schon zuvor beschafft. Die älteren Kinder und Sophias Lebensgefährte halfen bei den Renovierungsarbeiten tatkräftig mit.

Ein kurzes Interview mit Sophia, das ein Bild von der Lebenssituation der Kinder vor der Renovierung gibt, finden Sie hier (Link zu Facebook).

Die Damas Alemanas können nicht ohne Ihre Spenden helfen. Erfahren Sie hier, wie Sie spenden können.

Venezolanische Ärzte helfen – Unterstützung der Damas für neues Gesundheitszentrum

Im Zentrum Quitos, im Sektor El Ejido, wird eine Gruppe venezolanischer Ärzte ab Mitte März ein kleines Gesundheitszentrum eröffnen. Dort sollen bedürftige Familien des Viertels ärztliche Hilfe erhalten. Besonders wichtig ist den Initiatoren die Betreuung von Müttern und Kindern, die aufgrund ihres nicht geregelten Aufenthaltsstatus’ als Flüchtlinge,  oder wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie an den staatlichen Gesundheitszentren zurzeit nicht versorgt werden.

Die Vereinigung „Venezuela en Ecuador“ unter ihrem Vorsitzenden Daniel Regalado hat zu günstigen Konditionen zwei gut gelegene, helle Räume angemietet. Die Renovierung und das gebrauchte Mobiliar wurden von verschiedenen Unternehmen und von einer Kirchengemeinde gespendet; Ärzte und Laboratorien stellen Medikamente zur Verfügung. Die Damas Alemanas unterstützen die Initiative mit der Finanzierung der ersten drei Monatsmieten; ab Juni 2021 sollen diese Mieten dann aus den eigenen Einnahmen aufgebracht werden. 

Untersuchungs- und Beratungstermine werden nur auf Voranmeldung vergeben. Wer zahlen kann, entrichtet einen festgelegten Betrag; wer überhaupt keine Mittel hat, wird umsonst behandelt. „Wir kennen hier so viele Leute – das weiß man schnell, ob jemand Geld hat oder nicht“, heißt es bei der Scheckübergabe durch die Damas vor Ort Anfang März.  Den Organisatoren geht es dabei nicht nur um die Versorgung der venezolanischen Flüchtlinge: „Diskriminierung erleben wir ständig im Alltag. Entscheidend ist, dass hier jeder behandelt wird, der Hilfe braucht“, sagt eine Ärztin. 

Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.
Termine können hier gebucht werden.

Cumbayá, Ecuador – 08.03.2021, 10:55 Uhr – Benita Schauer / Update 13.04.2021

Das Projekt „Comedor La Concepción“

Das Projekt Comedor in der Parroquia La Concepción im Norden von Quito ist eine Initiative, mit der mehr als 50 bedürftigen Kindern im Schulalter während der Schulzeit ein Mittagessen angeboten wird. Es sind Kinder aus ärmsten Verhältnissen, die ursprünglich aus einer in der Nähe liegenden Schule mit einem weiten Einzugsbereich im Norden Quitos kommen.

Patricia Zehnle und Marisol Rivera bei der Essensausgabe. Foto © Patrizia Ubidia
Patricia Zehnle und Marisol Rivera bei der Essensausgabe. Foto © Elizabeth Ubidia

Getragen wird die Initiative von ehrenamtlich arbeitenden Frauen der Parroquia, die sich um die Zubereitung und Austeilung der Mahlzeiten kümmern und von verschiedenen Trägern, die mit ihrer finanziellen Unterstützung jeweils für einen Wochentag den Einkauf der Lebensmittel ermöglichen. Die Damas Alemanas beteiligen sich an diesem Projekt seit Juli 2015 und mit dieser Unterstützung erhalten diese Kinder während des Schuljahres jeden Montag einen warmen und gesunden Mittagstisch. Vor dem Hintergrund der Armut in den betroffenen Familien oder der schwierigen Familiensituation ist es für einige Kinder die einzige warme Mahlzeit oder sogar überhaupt die einzige Mahlzeit des Tages, die sie bekommen. Von den Kindern wird das Angebot regelmäßig und dankbar angenommen und der Kreis der Interessierten nimmt durch Mundpropaganda auch weiter zu.

Mit den Schulschließungen während der Pandemie musste auch der Betrieb des Comedor unterbrochen werden und anstelle des Mittagessens für die Schülerinnen und Schüler wurde die finanzielle Unterstützung dafür verwendet, an bedürftige Familien kleine Lebensmittelpakete mit nicht verderblichen Grundnahrungsmitteln auszuhändigen. Auch diese Aktion wurde von den Betroffenen dankbar aufgenommen und die zahlreichen Interessierten verursachen regelmäßig lange Schlangen bei der Ausgabe. 

Schulessen im Rahmen des Comedor La Concepción. Foto © Marisol Rivera
Schulessen im Rahmen des Comedor La Concepción. Foto © Marisol Rivera

Mit einer zusätzlichen Unterstützung seitens der Damas Alemanas freuen sich die Schüler zu speziellen Anlässen wie Weihnachtsfeier und Día del Niño (Tag des Kindes) über ein besonderes Essen und ein kleines Geschenk. Für alle Beteiligten ist es eine große Befriedigung, diesen Kindern in ihrem Alltag helfen zu können und an diesen besonderen Tagen eine zusätzliche Freude zu machen und der größte Dank, den sie uns geben können, ist ihr strahlendes Lächeln.

Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.

Cumbayá, Ecuador – 12.02.2021, 10:04 Uhr – Patricia Zehnle, Marisol Rivera

Das Projekt „Kinderhort in Atacames“

Unsere Projektidee entstand im März 1996, als zwei Kinder in den Flammen ihrer brennenden Bambushütte in dem Fischerort Atacames an der Pazifikküste Ecuadors umkamen. Die alleinstehende Mutter  ging morgens zur Arbeit und schloss ihre 3 und 5 Jahre alten Kinder in ihrer Hütte ein, da sie keine Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder hatte. Das größere der Kinder wollte eine Kerze anzünden… Die Hütte brannte lichterloh ab, bevor die Nachbarn das Vorhängeschloss aufbrechen konnten.

Frau Carola Knäulein lebte zu der Zeit mit ihrem Mann in Atacames und sie beschloß aus eigenen Mitteln ein Gebäude zur Betreuung von Kindern zu bauen. Das Grundstück stellte die Gemeinde zweckgebunden zur Verfügung. Der Hort konnte dann im Mai 1997 als rein privates Projekt mit 15 Kindern und 3 Müttern als Betreuerinnen eröffnen. Seitdem ist der Kinderhort ganzjährig Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr kostenlos für die Kinder da. Sie bekommen ein Frühstück, ein Mittagessen und am Nachmittag einen Snack. Sie finden hier einen geeigneten Rahmen zum angeleiteten Spielen und Lernen.

Verteilung von Lebensmitteln im November 2020. Foto © Carola Knäulein
Verteilung von Lebensmitteln im November 2020. Foto © Carola Knäulein

Inzwischen kümmern sich zwei Mitarbeiterinnen und die Hortleiterin Marisol sowie immer wieder Praktikantinnen um die Betreuung der Kinder und um die Küche. Carola leitet den Hort aus dem Hintergrund und kümmert sich um Ämter und Organisation. Der Kinderhort erhält jährlich, nach eingehender staatlicher Kontrolle, eine Erlaubnis mit Kindern bis zum 4. Lebensjahr als Centro de Desarollo Infantil CDI (Zentrum für Frühkindliche Entwicklung) zu arbeiten. Ab dann kommen alle Kinder in eine staatliche oder private Vorschule. 

Nachdem Carola in den ersten 10 Jahren den gesamten Betrieb aus eigenen Mitteln und mit Hilfe von Spenden aus dem Freundeskreis finanzierte, gründete sie 2006 in Deutschland den „Verein zur Unterstützung des Kinderhortes in Atacames / Ecuador e.V.“, um dem Projekt eine zuverlässigere und längerfristige materielle Basis zu geben. 2013 entstand in Ecuador mit Carolas Initiative die Stiftung „Ayuda a la Infancia Atacames Alemania“, die hier den gesetzlichen Rückhalt bildet und die Liegenschaft bleibt damit zweckgebunden.

Seit 2006 finanziert der Verein den Betrieb des Kinderhortes, die notwendigen Instandhaltungen und Erweiterungen zu 100%. Die hierfür notwendigen Spenden kommen von den Beiträgen der Vereinsmitglieder, von Einzelspendern, Patenschaften und von Aktionen wie Kuchen-, Waffel- oder Crêpesverkäufen sowie Benefizkonzerten. Einen wichtigen Beitrag leistet seit Jahren das Hochrheingymnasium Waldshut, bei dem der Kinderhort Schulprojekt ist.

Bastelnde Kinder im Kinderhort in Atacames. Foto © Carola Knäulein
Bastelnde Kinder im Kinderhort in Atacames. Foto © Carola Knäulein

Aktuell ist der Kinderhort pandemiebedingt seit dem 12.03.2020 geschlossen. Der Verein finanziert weiterhin 75 % der Gehälter unserer Betreuerinnen, die den Kinderhort instand halten, die Kinder zum Teil zu Hause besuchen und für die wöchentliche Übergabe der Lebensmittel von zurzeit 15 Familien verantwortlich sind. Nach dem coronabedingten Wegfall des Tourismus in Atacames verloren viele Menschen ihre Arbeit, besonders einkommensschwache Familien wie unsere alleinerziehende Mütter, Familien aus Venezuela und Kolumbien. Carola organisierte im April eine Spendenaktion unter ihren deutschen Freunden und seit Mai 2020 sind wir in der Lage zuerst 15, dann 21 bis zu 30 Familien mit einem Paket an Lebensmitteln für 20 $, das eine drei-vierköpfigen Familie mit dem Lebensnotwendigsten versorgt zu finanzieren. Im Moment unterstützen wir 15 Familien, die definitiv keine Aussicht auf eine kurzfristige Besserung ihrer Situation haben.

La „Sociedad de las Damas Alemanas” hilft uns einmal monatlich mit dem Gegenwert von 15 Kits. (300 USD +10 USD Transportkosten), wofür wir sehr dankbar sind. Nähere Informationen zum Projekt und der Spendenaktion unter:

www.kinderhort-atacames.org
per E-Mail: Carola.Knaulein @ gmx.net

in Deutschland:

Verein zur Unterstützung des Kinderhorts
in Atacames/Ecuador e. V.

Kontakt: Frau Siggi Kaiser
Kreuzäcker 2
DE 79809 Weilheim
Tel. : +49 (0)7741 2505

Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.

Cumbayá, Ecuador – 03.03.2021, 08:36 Uhr – Carola Knäulein

Das Projekt “Hermanas del Buen Pastor” – Conocoto

Im Heim des katholischen Schwesternordens Hermanas del Buen Pastor “Hogar de la Madre Soltera Adolescente, Maria de Bethlehem (Facebook Link)” in Conocoto-Quito, werden minderjährige schwangere Mädchen aufgenommen. Sie kommen alle aus sehr armen, zerrütteten und verwahrlosten Familienverhältnissen. Sie wurden vergewaltigt, misshandelt und auch zur Prostitution gezwungen. Aufgrund ihrer Lebensumstände konnten sie oft keine Schulausbildung abschließen.

Im Heim befinden sich in der Regel 10 bis 12 junge Mütter im Alter von 13 bis 18 Jahren. Die jungen Frauen bleiben mit ihren Kindern im Heim, bis sie ihr 18. Lebensjahr erreicht haben, und sich ihre Situation stabilisiert hat.

Übergabe von Weihnachtsgeschenken durch die Damas Alemanas Dezember 2020. Foto © Schwester Patrizia Luzuriaga
Übergabe von Weihnachtsgeschenken durch die Damas Alemanas Dezember 2020. Foto © Schwester Patrizia Luzuriaga

Die Sociedad Benèfica de Damas Alemanas konzentriert sich mit ihrem Projekt “Hermanas del Buen Pastor” auf den schulischen Bereich und unterstützt die jungen Mütter mit Stipendien, damit sie einen Grundschulabschluss (Klasse 6) bzw. das hiesige Abitur erreichen können. Sechs Mütter erhalten zur Zeit ein solches Stipendium; ihre Babies sind zwischen 2 Monaten und zweieinhalb Jahren alt. Da die staatlichen Schulen in Ecuador seit März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie immer noch weitgehend geschlossen sind, nehmen die Mädchen über von den „Damas“ gestiftete Tablets am virtuellen Unterricht teil.

Insgesamt wurden seit dem Jahr 2014 insgesamt 36 solcher Stipendien für die jungen Mütter gewährt, die ggf. auch die Versorgung ihrer Kleinkinder miteinschließen. Diese Hilfe der Damas Alemanas ist für die Mütter und ihre Kinder eine große Hilfe, um ihre Schulausbildung abschließen und als Erwachsene auf eigenen Beinen stehen zu können. Auch Sie können helfen über unsere Spenden-Seite.

Cumbayá, Ecuador – 10.10.2021, 15:22 Uhr – Regina Volkmann de Salazar (Update: Benita Schauer)

Unsere neuen Patenkinder an der Schule „Juan Enrique Pestalozzi“ in Otavalo

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind alle Schulen in Ecuador geschlossen. „Wir lernen gemeinsam zu Hause“ heißt die Devise des  Schulministerium. Aber für viele Kinder ist dies keine Option.

Seit November letzten Jahres unterstützen wir in Otavalo sechs Kinder der dortigen Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule mit monatlichen Stipendien (die wir aus Spenden finanzieren), damit sie in irgendeiner Form ihre Schulbildung fortsetzen können. Für zwei von Ihnen heißt dies Online-Unterricht über das Handy der Eltern, wenn diese zu Hause sind; zwei erhalten ihre Aufgaben direkt von den drei Lehrerinnen nach Hause. Elisa und Fabian aber haben diese Option nicht: Sie wohnen mit ihren fünf Geschwistern auf der Straße – in zerfallenden Autos, unter Plastikplanen und auf einem zur Zeit nicht genutzten Grundstück. Der Vater ist Tagelöhner, die Mutter starb vor sieben Jahren vermutlich an einem Hirntumor. Die siebzehnjährige Schwester ist schwanger, wie so viele Mädchen aus ähnlichen Verhältnissen.

Eines der Autos, in denen Elisa und Fabian mit ihrer Familie wohnen. Foto © Benita Schauer
Eines der Autos, in denen Elisa und Fabian mit ihrer Familie wohnen. Foto © Benita Schauer

Die Schulleiterin Mónica Vaca und ihre Tochter betreuen Fabian und Elisa deshalb drei bis vier Tage wöchentlich in ihren Schulräumen, geben ihnen zu Essen, arbeiten mit ihnen. Unsere Vizepräsidentin Beatriz Schlenker, Patricia Zehnle und Benita Schauer besuchten am 20. Januar dieses Jahres die Schule, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie wurden herzlich empfangen: Patenkind Marcela hatte ein Bild gemalt, und der kleine Viertklässler Dylan, der mit seinen Eltern gekommen war, verteilte Armbändchen.

Für behinderte Kinder gibt es in Ecuador keine angemessene Form der Ausbildung. In der Pestalozzi-Schule mit dem angegliederten Maria-Montessori-Zentrum, die von Mónica Vaca vor 26 Jahren gegründet wurden,  und die im wesentlichen mit Spenden ihrer eigenen Familie ausgestattet und erhalten werden, finden die Kinder, die vorher in ihren Schulen gehänselt und für lernunfähig erklärt wurden, einen geschützten Raum. Hier lernen sie alles, was zu lernen sie imstande sind, damit sie sich später eine eigene Existenz aufbauen können. „Wir geben den Kindern ein neues Leben“, sagt Mónica Vaca.

Cumbayá, Ecuador – 21.01.2021, 16:12 Uhr – Benita Schauer

Weihnachten in der Fundación AM-EN

AM-EN steht für „Amor“ und „Energía“, auf Deutsch Liebe und Energie.

Die 1995 gegründete Stiftung bietet etwa 60 zum Teil schwerstbehinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Reittherapie an.  Durch die Bewegungen der Therapiepferde bekommen die Patienten Impulse, die ihre Haltung und ihr Gleichgewicht trainieren und ihre Muskelspannung normalisieren. Anschließend an das therapeutische Reiten erhalten die Patienten Logo- und Physiotherapie.

In Ecuador gibt es keine umfassende medizinische Betreuung von Schwangeren, allenfalls sporadisch Geburtsvorbereitung, und wenn, dann nur für die oberen Gesellschaftsschichten. Auch eine gute Versorgung von Neugeborenen ist nicht überall gewährleistet. Viele Kinder erleiden bei ihrer Geburt schwere Schäden wie z.B. Hirnlähmungen. Wenn Familien mit behinderten Kindern auch in finanzieller Not und nicht krankenversichert sind, ist eine Einrichtung wie AM-EN für sie ein Glücksfall.

Die Patienten erhalten Reittherapie bei der Fundación. Foto © Heidi Balis
Die Patienten erhalten Reittherapie bei der Fundación. Foto © Heidi Balis

Normalerweise arbeiten hier ein Reittherapeut und -lehrer, ein Physio- und ein Logotherapeut, einige Volontäre und Flory Delgado, die Sekretärin und Beraterin für die Familien (oft alleinerziehende Mütter) der Patienten. Aber seit Beginn der Corona-Krise war es still geworden in der Reithalle und in den Therapieräumen. Die so wichtigen Therapien entfielen über Monate gänzlich. In der Not hat man seitens der Stiftung die Familien mit gebrauchten Handys versorgt und die Mütter mittels Abbildungen in die Akupressur eingewiesen, damit sie ihre Kinder in der therapielosen Zeit wenigstens ein wenig stimulieren können. Im Oktober 2020 konnte dann endlich die Reittherapie wieder beginnen, ohne Volontäre und mit den Eltern als Helfer, selbstverständlich unter den geltenden Pandemieregeln.

Die Damas Alemanas unterstützen in der Fundación AM-EN seit einigen Jahren jeweils vier Patenkinder. Sie übernehmen die monatlichen Kosten von zusammen 200 $ für ihre Therapien und beschaffen in Einzelfällen auch medizinische Hilfsmittel. Einige der Patenkinder konnten schrittweise in Grundschulen integriert werden, später sogar am Regelunterricht teilnehmen und als geheilt entlassen werden. Die Projektpatinnen überzeugen sich bei ihren regelmäßigen Besuchen  von der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

In normalen Zeiten findet zu Weihnachten eine große Weihnachtsfeier mit allen Patienten, Paten, Angehörigen, Therapeuten und Mitarbeitern der Stiftung statt. Im Corona-Jahr wurden von der Stiftung für die Patienten kleine Päckchen gepackt, die sie einzeln bei ihrer Therapiestunde überreicht bekamen. Hierzu haben die Damas Alemanas Seife und Desinfektionsgel beigesteuert, in der Pandemie unerlässliche Dinge, die für viele der Familien kaum erschwinglich sind. Die vier Patenkinder bekamen am 17. 12. 2020 ihre Weihnachtsgeschenke von den Damas Alemanas persönlich überreicht.

Weiterführende Links

Fundación AM-EN (Facebook)Helfen

Cumbayá, Ecuador – 11.01.2021, 22:09 Uhr – Carolin Haist

1500 US-Dollar Nahrungsmittelhilfe für die Fundación Triada – Weihnachten für die betreuten Kinder und ihre Familien

Die „Damas Alemanas“ unterstützen die Fundación Triada, eine in Quito ansässige NGO, die Kindern und jungen Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen gegen ein geringes Entgelt therapeutische Maßnahmen anbietet. Oft aber können die Familien der Kinder dieses Geld nicht selbst aufbringen. Deshalb haben wir drei direkte Patenschaften übernommen und helfen diesen drei Kindern derzeit mit jeweils 90 Dollar monatlich.

Als im März diesen Jahres ein strenger Lockdown über ganz Ecuador verhängt wurde, musste auch Triada seine Behandlungsräume schließen. Seitdem konnten keine Therapien in Präsenz mehr angeboten werden – zu groß ist die Angst der Familien mit ihren zur Hochrisikogruppe zählenden Kindern, aber auch  die des therapeutischen Personals, vor einer Ansteckung. Gleichzeitig leiden viele der ohnehin bedürftigen Familien unter der massiv angestiegenen Arbeitslosigkeit und der permanenten Wirtschaftskrise in Ecuador, und wissen manchmal nicht, wovon sie ihre Kinder in den nächsten Tagen ernähren sollen.

Deshalb überreichten Nadine Witt (die Verantwortliche für dieses Hilfsprojekt der „Damas“) und Beatriz Schlenker (unsere Vizepräsidentin) am 15. Dezember dieses Jahres 25 Essenskörbe im Wert von 750 US-Dollar an die Eltern von Triada-Kindern; eine Ausgabe an 25 weitere Familien wird Anfang Januar erfolgen, da wegen der geltenden Corona-Regeln nur eine begrenzte Anzahl von Personen auf einmal zusammenkommen durfte. 

Die Vorsitzende der Stiftung, Maria Isabel Ortiz, bedankte sich bei den „Damas“ für ihre praktische  Hilfe auch in diesen besonders schwierigen Zeiten. Triada habe versucht, Begleitung der Kinder über virtuelle Formate und Telefon weiterzuführen, aber angesichts der weitgehend weggebrochenen Spendeneinnahmen sei auch dies nicht einfach gewesen. Den normalen Betrieb mit allen Kindern und Jugendlichen werde man, so die Leiterin,  voraussichtlich erst wieder aufnehmen können, wenn die Impfung gegen COVID-19 auch in Ecuador erhältlich sei. Bis dahin versuche man, individuelle Lösungen für einzelne Kinder zu finden, wie für den von den „Damas“ unterstützten inzwischen 28-jährigen Cristian Valdivieso. 

Cristian ist nach einem schweren Unfall vor neun Jahren weitgehend gelähmt, hat aber mithilfe seiner Therapien wieder gelernt, mit einem Bleistift auf einem Tablet Buchstaben anzutippen und auf diese Weise zu kommunizieren.

Weiterführende Links

Fundación TriadaHelfen

Cumbayá, Ecuador – 18.12.2020, 08:26 Uhr – Benita Schauer

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