Unsere neuen Patenkinder an der Schule „Juan Enrique Pestalozzi“ in Otavalo


Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind alle Schulen in Ecuador geschlossen. „Wir lernen gemeinsam zu Hause“ heißt die Devise des  Schulministerium. Aber für viele Kinder ist dies keine Option.

Seit November letzten Jahres unterstützen wir in Otavalo sechs Kinder der dortigen Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule mit monatlichen Stipendien (die wir aus Spenden finanzieren), damit sie in irgendeiner Form ihre Schulbildung fortsetzen können. Für zwei von Ihnen heißt dies Online-Unterricht über das Handy der Eltern, wenn diese zu Hause sind; zwei erhalten ihre Aufgaben direkt von den drei Lehrerinnen nach Hause. Elisa und Fabian aber haben diese Option nicht: Sie wohnen mit ihren fünf Geschwistern auf der Straße – in zerfallenden Autos, unter Plastikplanen und auf einem zur Zeit nicht genutzten Grundstück. Der Vater ist Tagelöhner, die Mutter starb vor sieben Jahren vermutlich an einem Hirntumor. Die siebzehnjährige Schwester ist schwanger, wie so viele Mädchen aus ähnlichen Verhältnissen.

Eines der Autos, in denen Elisa und Fabian mit ihrer Familie wohnen. Foto © Benita Schauer
Eines der Autos, in denen Elisa und Fabian mit ihrer Familie wohnen. Foto © Benita Schauer

Die Schulleiterin Mónica Vaca und ihre Tochter betreuen Fabian und Elisa deshalb drei bis vier Tage wöchentlich in ihren Schulräumen, geben ihnen zu Essen, arbeiten mit ihnen. Unsere Vizepräsidentin Beatriz Schlenker, Patricia Zehnle und Benita Schauer besuchten am 20. Januar dieses Jahres die Schule, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie wurden herzlich empfangen: Patenkind Marcela hatte ein Bild gemalt, und der kleine Viertklässler Dylan, der mit seinen Eltern gekommen war, verteilte Armbändchen.

Für behinderte Kinder gibt es in Ecuador keine angemessene Form der Ausbildung. In der Pestalozzi-Schule mit dem angegliederten Maria-Montessori-Zentrum, die von Mónica Vaca vor 26 Jahren gegründet wurden,  und die im wesentlichen mit Spenden ihrer eigenen Familie ausgestattet und erhalten werden, finden die Kinder, die vorher in ihren Schulen gehänselt und für lernunfähig erklärt wurden, einen geschützten Raum. Hier lernen sie alles, was zu lernen sie imstande sind, damit sie sich später eine eigene Existenz aufbauen können. „Wir geben den Kindern ein neues Leben“, sagt Mónica Vaca.

Cumbayá, Ecuador – 21.01.2021, 16:12 Uhr – Benita Schauer


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