Worauf schreiben im neuen Schuljahr?

Anfang Mai hat in den Küstenstädten Ecuadors mit dem neuen Schuljahr endlich wieder der Präsenzunterricht begonnen. Nach über zwei Jahren konnten viele Kinder endlich wieder ihre Klassenzimmer betreten, ihre Klassenkameraden begrüßen und mit ihren Lehrern sprechen. Aber mit dem Schulbesuch fallen nun auch wieder Kosten an, auf die viele Familien nicht vorbereitet sind. Die drei Jungen auf dem Bild oben leben zusammen mit zwei weiteren Geschwistern bei ihrem Vater, der zurzeit keine Arbeit hat. Die Mutter verließ die Familie vor drei Jahren. Hefte, Stifte und Radiergummis sind für die Familie, die in Portoviejo lebt, unerschwinglich. Die Stiftung „CASAlianza“, mit der die Damas Alemanas seit zwei Jahren zusammenarbeiten, besorgte in unserem Auftrag für die Familie und mehrere andere Familien das notwendige Schulmaterial. Mit 25 US-$ ist ein Kind für das Schuljahr mit dem Notwendigsten ausgestattet; die Uniformpflicht ist glücklicherweise m Moment noch ausgesetzt.

Die drei Schwestern auf dem Bild sammeln gemeinsam mit ihren Eltern leere Flaschen und Pappkartons, die sie dann verkaufen, damit die Familie zu essen hat - für Hefte, Stifte und Radiergummi reicht es nicht. Ihre Wellblechunterkunft steht in Portoviejo. Auch ihnen halfen wir Damas Alemanas über die Stiftung CASAlianza. Foto © Cristhian Almeida
Die drei Schwestern auf dem Bild sammeln gemeinsam mit ihren Eltern leere Flaschen und Pappkartons, die sie dann verkaufen, damit die Familie zu essen hat. Ihre Wellblechunterkunft steht in Portoviejo. Auch ihnen halfen wir Damas Alemanas über die Stiftung CASAlianza. Foto © Cristhian Almeida

Wir freuen uns über jede Spende. Besuchen Sie unsere Spendenseite und unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit hier in Ecuador.

Cumbayá, Ecuador – 27.05.2022 – Benita Schauer

Ein normales Leben für die kleine Amelia

Die zweijährige Amelia (Name geändert) aus der Küstenstadt Esmeraldas wurde nach nur sechs Monaten Schwangerschaft mit einem Darmverschluss geboren. Seit ihrer Geburt hat sie deshalb schon drei komplizierte Operationen über sich ergehen lassen müssen; bis vor kurzem lebte sie mit einem künstlichen Darmausgang. Die Versorgung des kleinen Mädchens stellte für ihre alleinerziehende Mutter, die nur über geringe Mittel verfügt, eine große Belastung da: Zwar waren die Operationen im staatlichen Kinderkrankenhaus Baca Ortiz kostenlos; aber Produkte für die Stoma-Versorgung, Windeln und Pflegecremes sind in Ecuador deutlich teurer und zum Teil schwerer zu bekommen als in Deutschland. Jetzt stand ein neuer Operationstermin in Quito zur Behebung des noch bestehenden Darmvorfalls an. Deshalb wandte sich die Mutter mit der Bitte um Unterstützung an die Damas Alemanas.

Mit unserer Hilfe konnten neben Windeln und Creme die Reisekosten der kleinen Amelia und ihrer Mutter in die Hauptstadt finanziert werden. Dort stellte sich zu dem großen Glück der Familie heraus, dass das Mädchen inzwischen seinen Schließmuskel besser kontrollieren kann, und der Darmvorfall im Moment nicht allzu gravierend ist. Die vierte OP ist deshalb zurzeit noch nicht notwendig;  im Juni dieses Jahres steht eine erneute Kontrolluntersuchung im Kinderkrankenhaus an. Die Damas hoffen mit der Familie, dass Amelia vielleicht schon in naher Zukunft ein völlig normales Leben wird führen können.

Wir freuen uns über jede Spende. Besuchen Sie unsere Spendenseite und unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit hier in Ecuador.

Cumbayá, Ecuador – 28.04.2022 – Benita Schauer

Täglich ein warmes Essen

Nach zwei Jahren Pandemie bekommen 60 Kinder aus der Gemeinde „La Concepción“ endlich wieder täglich eine warme Mahlzeit. Die im Norden der Hauptstadt Quito gelegene Gemeinde hat ihren Mittagstisch, den „Comedor“, wieder eröffnet. Von Montag bis Freitag kommen jeweils dreißig Kinder im Alter von fünf bis sechzehn Jahren in zwei Gruppen zum Essen; die einen, die am Vormittag zur Schule gehen, um 13.00, die Gruppe mit Nachmittagsunterricht bereits um 12.00.

Von Montag bis Freitag erhalten die Kinder ihr warmes und gesundes Essen. Foto © Elisabeth Ubidia
Von Montag bis Freitag erhalten die Kinder ihr warmes und gesundes Essen. Foto © Elisabeth Ubidia

Katholische Schwestern vom Orden der „Hermanas de Cottolengo“ bereiten die Mahlzeiten vor und legen Wert darauf, dass immer auch ein Salat mit dabei ist; das ist besonders wichtig, weil die Kinder zu Hause nicht nur zu wenig, sondern oft auch kaum gesundes Essen erhalten. Jeden Montag wird das warme Mittagessen von den Damas finanziert. an den anderen Tagen helfen private Spender oder notfalls die Familie des Pfarrers aus. Einmal im Monat werden zusätzlich kleine Tüten mit Grundnahrungsmitteln (Bohnen, Thunfisch, Reis, Zucker) an bis zu 450 bedürftige Familien ausgegeben – die der Gemeinde gespendeten Mittel reichen oft nicht, und die Schlangen von älteren Frauen, Müttern und venezolanischen Flüchtlingen sind in den letzten Monaten stetig länger geworden.

Katholische Schwestern vom Orden der „Hermanas de Cottolengo“ bereiten die Mahlzeiten vor. Foto © Elisabeth Ubidia
Katholische Schwestern vom Orden der „Hermanas de Cottolengo“ bereiten die Mahlzeiten vor. Foto © Elisabeth Ubidia

Wir freuen uns über jede Spende. Besuchen Sie unsere Spendenseite und unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit hier in Ecuador.

Cumbayá, Ecuador – 26.04.2022 – Benita Schauer

Chemotherapie für einen Monat

Viele Medikamente sind seit über einem Jahr rar in den öffentlichen Krankenhäusern Ecuadors. Leere Staatskassen und Korruption im öffentlichen Gesundheitswesen haben dazu geführt, dass Schwerkranke zur Zeit oft nur unzureichend behandelt werden können. Davon sind auch zahlreiche krebskranke Kinder im Hospital „Baca Ortiz“ in Quito betroffen.

Bereits zum zweiten Mal haben die Damas Alemanas deshalb im Januar 2022  vierzig Dosen des Medikaments Ifosfamid im Wert von 1.200 $ an das staatliche Kinderkrankenhaus gespendet; so können sechs Jungen und Mädchen im Alter zwischen vier und sechzehn Jahren ihre dort begonnene Chemotherapie fortsetzen. Die am Krankenhaus tätige Onkologin Dr. Yarennis Herrera hatte uns direkt um Unterstützung gebeten; sie nahm das Medikament von der Zuständigen für die medizinische Hilfe, Maria Peter, und der „Damas“-Vorsitzenden Beatriz Schlenker entgegen.

Wir freuen uns über jede Spende. Besuchen Sie unsere Spendenseite und unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit hier in Ecuador.

Cumbayá, Ecuador – 01.02.2022 – Benita Schauer

Gewonnen! Damas gewinnen bei den IST Herzensprojekten

Die IST-Hochschule für Management initiiert jedes Jahr die IST Herzensprojekte. Das tat sie auch 2021 wieder. Dafür stellte sie Projekte vor, die von IST Studierenden ehrenamtlich betreut und unterstützt werden. Vom 06.12. bis zum 24.12. konnte dann abgestimmt werden. Das Projekt mit den meisten Stimmen erhielt eine finanzielle Unterstützung.

Im letzten Jahr waren die Damas – dank Ralf Biebeler – dabei. Und…sie haben gewonnen. Natürlich gab es bei den Herzensprojekten der IST nur Gewinner, doch die Damas belegten den ersten Platz nach der Abstimmung. Dafür gab es seitens der IST eine großzügige Spende, die sofort in lokale Projekte hier vor Ort investiert wird.

Vielen Dank, liebe IST-Hochschule für Management.

Hier geht es zum Newsbeitrag der Hochschule über die Gewinner.

Cumbayá, Ecuador – 06.12.2021 – Ralf Biebeler, Update 11.01.2022 – Ralf Biebeler

Leerer Bauch studiert nicht gern

„Das größte Lernhindernis in unseren Schulen ist der Hunger“, hatte uns eine frühere leitende Mitarbeiterin des ecuadorianischen Schulministeriums gesagt. Das zu hören war eigentlich eine Enttäuschung. Wollten wir doch wieder weg von der aus Damas-Sicht nur kurzfristig sinnvollen Nahrungsmittelhilfe, hin zu mehr Unterstützung mit Schulmaterial, Transportgeld, Uniformen.

Aber die Wirklichkeit in Ecuador ist zur Zeit eben eine andere. Und so haben die Damas am 11. Dezember in der großen staatlichen Schule „Tres de Diciembre“ (3. Dezember) in dem Dorf Checa zum ersten Mal Nahrungsmittelkisten übergeben. Sieben Kinder, die meisten noch im Grundschulalter, werden wir zunächst drei Monate lang mit Lebensmitteln unterstützen. Sie alle kommen aus problematischen Familien mit geringem oder kaum einem Einkommen. Wir hören im Gespräch mit den Eltern von einem gelähmten Vater, dem Krankenhausaufenthalt eines anderen nach einer Messerattacke, einer alleinerziehenden Mutter mehrer Kinder, die nach einem Unfall unter Gedächtnisverlust und Panikattacken leidet.

Wir sehen schüchterne Kinder, die in der zweiten Klasse noch nicht ihren Namen schreiben können. Einen Jungen mit sieben Geschwistern, dem es im Unterricht oft an Konzentration mangelt, und der einem nicht ins Gesicht schauen mag. Aber alle von ihnen sind in den Präsenzunterricht zurückgekehrt, wie etwa 50% der Kinder an ihrer Schule, die dreimal in der Woche endlich wieder in einem Klassenraum unterrichtet werden, nach gut anderthalb Jahren der Schulschließung in der Pandemie. Viel muss an Stoff nachgeholt werden – aber zumindest für einige Zeit hoffentlich nicht mit leerem Magen.

Einen Beitrag, der sich explizit mit dem Thema ecuadorianischer Kinder und Familien in puncto Schule befasst, schrieb die Dama Benita Schauer in ihrem Blog. Hier geht’s zum Artikel Pragmatismus gegen den Mangel: Rückkehr in die Schule.

Cumbayá, Ecuador – 12.12.2021 – Benita Schauer

Weihnachtsbasar der Damas ein großer Erfolg

Strahlende Sonne, zufriedene Aussteller, glückliche Besucher: Der Weihnachtsbasar der Damas am 27. November diesen Jahres war ein voller Erfolg. Nach fast zwei Jahren Pandemie war die Begeisterung der über tausend Besucher auf dem Gelände der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Quito groß: Erwachsene stöberten an den zahlreichen Ständen mit qualitätsvollem Kunsthandwerk oder kauften noch rasch Käse und Brot für das Adventsfrühstück; Kinder kalkulierten, ob ihr Taschengeld noch für ein gebrauchtes Taschenbuch reichen würde. Vom Keyboard erklangen Weihnachtslieder, und am Buffet tummelten sich die Hungrigen und Durstigen.

Der Weihnachtsbasar der Damas Alemanas ist eine Tradition in Quito und war vor Corona stets die größte Einnahmequelle unserer Hilfsorganisation. Aus dem Gewinn finanzieren wir unsere laufenden und neuen Projekte, zum Beispiel die Unterstützung der Rückkehr in den Präsenzunterricht an staatlichen Schulen, Hilfe in medizinischen Notfällen, Therapien für behinderte Kinder anderes mehr. Stöbern Sie gerne weiter auf dieser Website, unterstützen Sie uns mit tatkräftiger Hilfe oder spenden Sie!

Cumbayá, Ecuador – 29.11.2021 – Benita Schauer

Weihnachtsbasar 2021 der Damas Alemanas

Am Samstag 27. November 2021 findet von 10.00 – 16.00 wieder der traditionelle Weihnachtsbasar der Damas Alemanas statt. Auf dem Gelände der deutschen katholischen Kirchengemeinde Sankt Michael (Eloy Alfaro / Rio Coca) erwarten Sie deutsche Leckereien, Kunsthandwerk, eine Tombola mit vielen attraktiven Preisen, deutsche und englische Bücher, Mittagessen, Kaffee und Kuchen… Tischreservierungen für Aussteller bitte unter 099 851 6325 (Beatriz Schlenker); Vorbestellungen geschmückter Adventskränze bis 24.11. unter 0991334471 (Patricia Zehnle). 

Die aktuellen Hygienevorschriften des COE Nacional werden beachtet; ein bewachter Parkplatz ist in der Calle Los Laureles hinter der Kirche vorhanden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch mit der ganzen Familie!

Nach einem Jahr Pause findet der Weihnachtsbasar 2021 wieder statt.

Cumbayá, Ecuador – 21.10.2021, 17:39 Uhr – Benita Schauer (Update: 15.11.2021, 21:34 Uhr)

Nahrungsmittel und Schulmaterial für Blanca Vielma

Am 11. August brach sich die Venezolanerin Blanca Vielma das Handgelenk, als sie gerade  als Tagelöhnerin in einem Garten arbeitete. Ohne Vertrag, ohne Versicherung, wie so viele venezolanische Flüchtlinge. Seitdem kann sie nicht arbeiten; ihr Arbeitgeber zahlte ihr noch den Tageslohn von 20 Dollar sowie 40 Dollar Entschädigung. Als die aufgebraucht waren, musste ihr dreizehnjähriger Sohn sehen, wie er durch Autowaschen ein wenig Geld verdienen konnte. Der Junge hat noch zwei elfjährige Zwillingsschwestern, die wie er in den letzten Wochen nur noch zweimal täglich etwas Reis und Gemüse essen konnten und bereits Gewicht verloren hatten. Über die mit Hilfe der Damas aufgebaute Arztpraxis der Organisation „Venezuela en Ecuador“ erfuhren wir von dem Fall und entschieden rasch, die Familie mit Nahrungsmitteln und Schulmaterial zu unterstützen, bis Blanca Vielma wieder arbeiten kann. Alle drei Kinder „besuchen” eine staatliche Schule; da die Schule aufgrund der Corona-Pandemie seit März 2020 geschlossen ist, erfolgt der Unterricht virtuell per Zoom über das Handy der Mutter. 

Cumbayá, Ecuador – 01.10.2021 – Benita Schauer

Arztbesuch für die Armen

„Wir sind hier zusammengekommen, um dieses so kleine, und doch so große Gebäude einzuweihen und zu segnen, das denen zu Gute kommen soll, die besonders wenig Schutz genießen“. So sagt es Elizabeth Ubidia, die Sekretärin der Gemeinde „La Concepción“ zur Begrüßung. Das kleine Gebäude misst rund 25 Quadratmeter: Ein ärztlicher Behandlungsraum mit Wartezimmer und Bad, der mit Spenden der Damas Alemanas binnen zweier Monate errichtet wurde. Heute haben sich hier rund 25 Menschen versammelt, die warmen Applaus spenden, als Damas-Vorsitzende Beatriz Schlenker und Projektpatin Patricia Zehnle gemeinsam das Band vor dem Eingang zu der neuen Praxis zerschneiden. 

Seit 2018 betreut der Arzt Dr. Nelson Carillo auf dem Gelände der Gemeinde „La Concepción“ in Chaupicruz, einem Bezirk im Norden Quitos, kostenlos Patienten, die nicht über die finanziellen Mittel für einen Arztbesuch verfügen. Familien mit Kindern, Menschen die auf der Straße leben, venezolanische Flüchtlinge. Die Behandlung erfolgte, wo immer gerade Platz war: Im Arbeitszimmer von Pfarrer Manuel Proaño, dessen Sofa als Wartezimmer diente. Oder auch auf einer Mauer im Kirchhof.

Dr. Nelson Carillo behandelt Patienten, wo es geht – wie hier im Hof. Foto © Pfarrer Manuel Proaño
Dr. Nelson Carillo behandelt Patienten, wo es geht – wie hier im Hof. Foto © Pfarrer Manuel Proaño

Zwischen fünf und fünfzehn Patienten kommen im Durchschnitt am Tag. Besonders viele sind es, wenn einmal wöchentlich Essensrationen verteilt werden. Meist sind es Mütter mit Kindern, bei diesem Anlass auch die Gelegenheit ergreifen, ihre Kleinen ärztlich untersuchen zu lassen. Das staatliche Gesundheitswesen ist hoch defizitär und schafft es seit Beginn der Pandemie nicht mehr, die zunehmende Zahl an Menschen in extremer Armut zu betreuen. Ein Besuch in einer privaten Arztpraxis ist für alle von ihnen undenkbar.

Seit 2015 arbeiten die Damas Alemanas mit dem umtriebigen Pfarrer von „La Concepción“ zusammen; vor Beginn der Pandemie betreuten sie einmal wöchentlich einen Mittagstisch für Kinder, an dessen Stelle aufgrund der Schutzmaßnahmen im letzten Jahr die Verteilung von Essenspaketen getreten ist.

Die Pandemie ist in Ecuador noch lange nicht vorbei. Sie hat vielen Menschen den Zugang zu ärztlicher Versorgung zusätzlich erschwert. Deshalb werden Projekte wie dieses einen Schwerpunkt unserer Arbeit im kommenden Jahr darstellen, um nicht nur kurzfristig Not zu lindern, sondern auch nachhaltig zu helfen.

Sie können mit einer Spende helfen.

Cumbayá, Ecuador – 29.08.2021 – Benita Schauer

de_DE