Wenig Essen, wenig Bildung – Kinder in Ecuador leiden besonders unter der Corona-Pandemie


Wie in allen armen Ländern dieser Welt sind Kinder auch in Ecuador die Hauptbetroffenen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Schutzmaßnahmen. Der Arbeitsmarkt ist seit März dieses Jahres weitgehend zusammengebrochen, so dass viele Eltern kein regelmäßiges Einkommen mehr nach Hause bringen können; die Schulen sind seit Mitte März geschlossen, und nur die Hälfte aller Kinder verfügt über einen Zugang zum Internet, der ab und zu eine Teilnahme am sogenannten „digitalen Unterricht“ ermöglicht. Die Zahl der von den Vereinten Nationen als „arm“ eingestuften Menschen in Ecuador hat sich seit dem vergangenen Jahr von 4,2 auf 6,3 Millionen erhöht; bereits im August war ein Zehntel der rund 16 Millionen Ecuadorianer auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Besonders hart trifft es die halbe Million venezolanischer Flüchtlinge, viele von ihnen mit ungeregeltem Status und deshalb ohne jedes Anrecht auf staatliche Hilfe.

Spendengelder aus Deutschland haben unserem Verein deutschsprachiger Frauen, den „Damas Alemanas“, die Möglichkeit verschafft, im vergangenen halben Jahr immer wieder Nahrungsmittelhilfe direkt an besonders bedürftige Familien zu leisten. So haben wir vor kurzem das kleine Bergdorf Monteserín Alto, etwa anderthalb Autostunden nördlich der Hauptstadt Quito, mit Nahrung für die dort ansässigen 24 Familien versorgen können. Die Bewohner des auf 3.500 Metern Höhe einsam gelegenen Dorfes leben von der Subsistenzlandwirtschaft, im wesentlichen von Kartoffeln und Bohnen. Viele Kinder sind mangelernährt, es gibt kein fließendes Wasser im Dorf, an Schulunterricht via Internet ist kaum zu denken. Eine von uns gepackte Kiste im Wert von ca. 30 US-Dollar reicht, um den Speiseplan einer vierköpfigen Familie für drei Wochen ein wenig gesünder und nahrhafter zu gestalten.

Städtische Bezirke und Dörfer mit ähnlichen Nöten gibt es unzählige in Ecuador, im Zentrum der Hauptstadt ebenso wie im Tiefland und an der Küste. Wir arbeiten bei unseren Projekten unter anderem mit örtlichen Klostergemeinschaften, mit kleinen Nichtregierungsorganisationen und mit einer hochengagierten Venezolanerin zur Betreuung der Flüchtlinge zusammen. Je länger die landesweiten Schulschließungen andauern, desto wichtiger wird für uns die Unterstützung von Kindern mit Schulmaterial für den Unterricht zu Hause und die Finanzierung von Stipendien für besonders bedürftige und behinderte Kinder, die privat betreut werden müssen.

Sie können mit einer Spende helfen.

Cumbayá, Ecuador – 20.11.2020 – Benita Schauer


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